Für pflegende Angehörige

Unterstützung von den Pflegekassen (wesentlich erweitert seit 01.01.2015)

Fotolia 19726227 S bearbeitetUm den Umzug des Pflegebedürftigen in ein Pflegeheim zu verhindern bzw. so lange wie möglich hinauszuzögern oder auch um die pflegenden Angehörigen zu entlasten, haben die Pflegekassen in den letzten Jahren die Leistungen für pflegende Angehörige deutlich ausgebaut. Pflegen kann man lernen - aber es kann trotzdem körperlich und psychisch sehr belastend sein. Im Folgenden informieren wir Sie über unsere Unterstützungsleistungen, deren Kosten von der Pflegeversicherung übernommen werden. Nutzen Sie diese zu Ihrem Wohl und zum Wohle des Pflegebedürftigen:

Verhinderungspflege / Kurzzeitpflege

Die Pflegeversicherung übernimmt die Kosten für den Pflegedienst, wenn der pflegende Angehörige verhindert ist, tages- oder stundenweise. Das ist u.a. dann der Fall, wenn der Angehörige eine Auszeit benötigt, selbst Termine wahrnehmen möchte (Freizeit, Arbeit, Arzt) oder in Urlaub ist. Pro Jahr stehen Ihnen € 1.612 für Verhinderungspflege zur Verfügung. Die Leistungen der Kurzzeit- und Verhinderungspflege wurden zum 01.01.2015 weiter ausgebaut und können auch miteinander kombiniert werden. Die Hälfte der Kurzzeitpflege kann als Verhinderungspflege durch einen Pflegedienst genutzt werden. Der Gesamtanspruch beträgt somit € 2.418 im Jahr bzw. ca. € 200 im Monat.

Häusliche Pflegeberatungen und -schulungen

Die Pflegeversicherung übernimmt die Kosten für die Beratung und Schulung (60-120 min) des Angehörigen zu Hause. Dabei werden z.B. Kenntnisse über richtige Pflegetechniken (Waschen, Ankleiden, Lagern, Mobilisation), gute Ernährung, Vermeidung von Folgekrankheiten, Wohnraumanpassungen und die Bewältigung von belastenden Situationen vermittelt. Ihre individuellen Wünsche stehen dabei im Vordergrund. Diese Leistungen werden von geschultem Personal unseres Pflegedienstes oder auch der Pflegekassen erbracht. Fragen Sie uns!

Betreuungsleistungen

Bei Einschränkungen der Alltagskompetenz stehen Bedürftigen Betreuungsleistungen nach § 45b SGB XI zu, auch wenn keine Pflegestufe vorliegt. Je nach Bedürftigkeit werden seit dem 01.01.2015 entweder 1.248 Euro oder 2.496 Euro pro Jahr, höchstens also 104 Euro oder 208 Euro pro Monat, bewilligt. Dies gilt für Demenzkranke bzw. für Personen der Stufe 0. Darüber hinaus erhalten auch Pflegebedürftige mit den Pflegestufen 1-3 ohne Demenz ab sofort einen zusätzlichen Betreuungsbetrag von bis zu € 104 pro Monat. Die Zeit, die der qualifizierte Betreuer, z.B. eine Fachkraft eines Pflegedienstes, mit dem Bedürftigen verbringt, soll nicht zuletzt der Entlastung der pflegenden Angehörigen dienen.